Toyota AG informiert über die aktuelle Lage bezüglich der Rückrufaktionen (Stand 25. Februar 2010)

Die Toyota AG und ihre Händler nehmen die Qualität und die Sicherheit ihrer Produkte, sowie die Zufriedenheit ihrer Kunden sehr ernst. Gerne möchten wir Sie über den aktuellen Stand der beiden in der Schweiz laufenden Rückrufaktionen im Detail informieren.


1 Zusammenfassung: Diverse Rückrufaktionen

Toyota ist seit mehreren Wochen in den Medien. Dabei geht es um Rückrufaktionen, wie dies im Übrigen, bei allen anderen Automobilherstellern auch vorkommt.

Rückrufe sind in der Automobilindustrie nichts Ungewöhnliches! Jedes Jahr rufen diverse Marken ihre Produkte zur Qualitätsverbesserung zurück. In der Schweiz werden durchschnittlich 50 Rückrufe im Jahr lanciert. Diese sind öffentlich nachvollziehbar unter www.autoschweiz.ch (Achtung nicht alle Marken melden ihre Rückrufe – die Meldung ist freiwillig).

Die aktuellen Rückrufaktionen von Toyota werden vor allem in den USA immer wieder mit Unfällen in Verbindung gebracht. Die Ursachen, die zu diesen Unfällen führten werden momentan untersucht. Bis heute gibt es keinen offiziellen Beweis über die Zusammenhänge dieser Unfälle mit den Rückrufaktionen. Die ausschliesslich in den USA lancierte Rückrufaktion zur Überprüfung der Fixierung der Bodenteppiche (siehe 2.1) wurde nach einem tragischen Unfall in den USA lanciert, hat aber nichts mit einem technischen Defekt der Fahrzeuge zu tun, sondern war eine reine Vorsichtsmassnahme zur Sicherstellung der korrekten Montage der Zubehörteppiche.

Die Situation auf dem Amerikanischen Markt ist eine andere als in Europa und in der Schweiz und hat hierzulande leider immer wieder zu Verwechslungen und zur Verunsicherung geführt, was wir hiermit richtigstellen wollen:

Es handelt sich um drei verschiedene Rückrufe in den USA:

  • Rückruf betreffend loser Bodenteppiche (nur USA) 4,2 Millionen Fahrzeuge (siehe 2.1)
  • Rückruf betreffend schwergängiger Gaspedale (8 Modelle, 2,3 Millionen Fahrzeuge in den USA)
  • Rückruf des Prius III (neuste Generation) auf Grund Kundenmeldungen aus USA und Japan (ca. 100 und Japan ca. 17), die ein unsicheres Gefühl beim Bremsvorgang verspürten und die Toyota meldeten.

In Europa und in der Schweiz wurden darauf ebenfalls folgende Rückrufaktionen eingeleitet:

  • Rückruf betreffend schwergängiger Gaspedale (8 Modelle, 1,7 Millionen Fahrzeuge in Europa betroffen, davon 25’970 Fahrzeuge Schweiz)
  • Rückruf des Prius III (neuste Generation) in Europa sind davon 52'902 Fahrzeuge betroffen, in der Schweiz 1’294 Kundenfahrzeuge

Dabei ist hervorzuheben, dass es sich bei den beiden Rückrufen in der Schweiz und in Europa um eine Vorsichtsmassnahme zur Sicherstellung der Sicherheit und der Kundenzufriedenheit handelt. In Europa gingen bis letzte Woche 26 Meldungen über schwergängige Gaspedale (Rückruf 1 EU/CH) ein. Dies bei einem Fahrzeugpark (Toyota-Bestand) in Europa von 12 Millionen Toyotas. Daraufhin hat Toyota auch in Europa reagiert und diesen Rückruf lanciert! Dieses Verhältnis unterstreicht, wie ernst Toyota die Sicherheit und die Zufriedenheit der Kunden nimmt!

In der Schweiz sind uns keine bestätigten Fälle solcher schwergängigen Gaspedale gemeldet und bekannt! Falls Kunden das sehr selten auftretende Phänomen bemerken sollten, haben wir seit Beginn offen und transparent über das notwendige Verhalten informiert (siehe weitere Meldungen unter www.toyota.ch).


2 Die Aktionen im Detail:

2.1 Rückrufaktion Bodenteppich (nur in den USA)

Diese Aktion betrifft ausschliesslich den Markt in den USA. Nach einem Unfall bei dem ein nicht fixierter Bodenteppich sich mit dem Gaspedal verklemmt hat, hat sich Toyota USA entschieden, über 4,2 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zu rufen. Dies mit der Absicht, die Montage und Fixierung der Zubehörbodenteppiche (Original oder nicht) zu überprüfen. Es wurden dabei keine technischen Änderungen an den Fahrzeugen vorgenommen. Diese Aktion wurde nach einem schweren Verkehrsunfall welcher sich im August 2009, in San Diego ereignet hat im Oktober 2009 ausgelöst.


2.2 Rückruf Gaspedalmechanismus

Wie kam es zu dieser Aktion?

Ursprünglich wurde durch Kundenmeldungen in den USA folgerndes Phänomen entdeckt: In ganz seltenen Fällen stellt man beim Gaspedal fest, dass es schwergängig geht oder nicht in der gewohnten Geschwindigkeit in seine Ruheposition zurückgeht. In sehr seltenen Fällen kann es in einer entsprechenden Position „hängen“ bleiben.

In den USA hat dies bei 8 Modellen zu einer Rückrufaktion geführt. In Europa werden in der Produktion ebenfalls bei acht Modellen die gleichen Gaspedalmechanismen vom kanadischen Zulieferer CTS verwendet. Von den rund 12 Millionen Toyotas auf Europas Strassen wurden 26 Meldungen bezüglich einem schwergängigen Gaspedal rapportiert. Daraufhin hat sich Toyota Motor Europe entschlossen, diese Rückrufaktion auch in Europa zu lancieren. Von den in Europa acht betroffenen Modellen, werden in der Schweiz ebenfalls 7 verkauft. Von der Aktion sind in Europa ca. 1,7 Millionen Fahrzeuge betroffen, in der Schweiz sind es 25'970 Fahrzeuge, der Modelle iQ, Aygo, Yaris, Auris, Verso, Avensis, RAV4. In Europa und in der Schweiz sind keine Lexus-Modelle betroffen.

Technischer Beschrieb

Um die Reibung im Gaspedalmechanismus zu verringern wird ein präzise gefertigtes Distanzstück eingesetzt. Dieses reduziert die Reibung im Mechanismus und spannt die Druckfeder des Gaspedals vor. Ein Fehler der elektronischen Komponenten des Gaspedals kann ausgeschlossen werden.

Grund für einen übermässigen Verschleiss kann Kondenswasser und andere Verunreinigungen im Gaspedalmechanismus sein.

Zeitlicher Ablauf

Seit 1. Februar 2010 wurden Lagerfahrzeuge beim Importeur und den Händlern blockiert, diese wurden vor der Auslieferung an den Kunden modifiziert. Gleichzeitig lanciert Toyota Motor Europe offiziell die Rückrufaktion für die betroffenen Kundenfahrzeuge.

Die ersten Distanzstücke (ca. 15'000 Stück) zur Modifikation sind am 8. Februar bei der Toyota AG eingetroffen. Diese wurden umgehend auf die offiziellen Toyota Partner in der Schweiz verteilt.

Benachrichtigung der Kunden

Die Toyota AG hat am 9. Februar alle Kunden angeschrieben, deren Fahrzeuge nicht von der Aktion betroffen sind (nur Fahrzeuge der betroffenen Modelle). Die Kundenadressen stammen vom Bundesamt für Strassen.

Nach dem Erhalt der Fahrzeugliste, der betroffenen Fahrzeuge, begann die Toyota AG am 11. Februar mit der Anschrift der Kunden, deren Fahrzeuge betroffen sind. Die entsprechenden Adressen kamen ebenfalls vom Bundesamt für Strassen. Die Kunden wurden und werden bis heute gestaffelt angeschrieben, täglich zwischen 1'000 und 2’000 Briefe. Die letzten Kunden werden von uns am 4. März 2010 angeschrieben.

Unsere Toyota-Händler modifizieren seit dem 9. Februar täglich bis zu 500 Fahrzeuge.


2.3 Rückruf Prius III (nur neuste Version)

Wie kam es zu dieser Aktion?

Auf dem amerikanischen und dem japanischen Markt wurde von Kunden gemeldet, dass bei ganz bestimmten spezifischen Fahrbahnbedingungen während einem normalen Bremsvorgang eine Veränderung des Bremsgefühls feststellbar sei.

Feststellungen

Toyota hat die Kundenmeldungen überprüft und Folgendes festgestellt:

  • Das Bremssystem des Toyota Prius entspricht absolut den gesetzlichen Anforderungen
  • Das System arbeitet einwandfrei bei normalen Bremsvorgängen und verzögert einwandfrei
  • Das ABS (Antiblockiersystem) arbeitet einwandfrei
  • Es liegt kein Mangel am mechanischen oder hydraulischen Bremssystem vor

Bei der Überprüfung wurde weiter Folgendes festgestellt, was sich auch mit den Kundenschilderungen deckt:

  • Wird das Fahrzeug auf einer trockener, nassen, verschneiten oder gar vereisten Fahrbahn unter normalen Bedingungen abgebremst, so erreicht das Bremssystem eine absolut normale Verzögerung.
  • Wird auf nasser, trockener, verschneiter oder gar vereister Fahrbahn eine Notbremsung mit aktiviertem ABS eingeleitet, so erreicht das Bremssystem eine absolut normale Verzögerung und ein Ausweichmanöver ist gewährleistet.
  • Geraten ein oder mehrere Räder während einem normalen Bremsvorgang auf trockener oder nasser Fahrbahn auf Glatteis oder Schnee und verlieren dabei die Haftreibung, so erkennt das Bremssystem ein blockierendes Rad. Bei einer solchen, sich plötzlich ändernden Fahrbahnbeschaffenheit, wechselt das Bremssystem vom Normalmodus in den ABS-Modus. Auch dieser Vorgang verläuft beim Prius absolut korrekt, ist aber vom Fahrer spürbar, da sich die Verzögerung, technisch bedingt ändert. Dieses Verhalten ist bei allen Automobilen aller Marken, welche mit ABS ausgerüstet sind, feststellbar.

Inhalt der Aktion

Dieser Übergang vom Normalmodus in den ABS-Modus, unter den oben spezifisch beschriebenen Umständen, wird nun beim Ausführen der von Toyota lancierten Servicekampagne über eine Neuprogrammierung der ABS Software angepasst. Dadurch wird das Ansprechverhalten des ABS verändert, nicht aber das Verzögerungsverhalten des Fahrzeuges.

Es wird also kein Bauteil der Bremsanlage ersetzt.

Wir betonen aber noch ein Mal, dass das Bremssystem des Prius auch vor der Neuprogrammierung absolut verkehrssicher ist, die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und normale Verzögerungswerte erreicht.

Technischer Beschrieb

Am Prius III wird das ABS Steuergerät neuprogrammiert. Mit der neuen Software wird das Ansprechverhalten des ABS unter spezifischen Fahrbahnbeschaffenheiten und normalem Bremsvorgang leicht angepasst.

Ablauf der Aktion

Die Toyota AG wurde am 8. Februar 2010 von Toyota Motor Europe vorinformiert. Die Aktion wurde am 9. Februar 2010 offiziell lanciert. Die Toyota AG hat am 10. Februar alle 1'296 Kunden in der Schweiz, welche einen betroffenen Prius besitzen angeschrieben und informiert.

Seit diesem Zeitpunkt wird kein Neuwagen ausgeliefert, der nicht bereits über die modifizierte Software verfügt.

Stand heute 25.2.2010, es sind bereits über 800 Fahrzeuge modifiziert.

Wir gehen davon aus, dass in der Schweiz beide Servicekampagnen bis in fünf Wochen abgeschlossen werden können.

Für Ihr Vertrauen in die Marke Toyota möchten wir Ihnen herzlich danken. Wir entschuldigen uns bei all unseren Kundinnen und Kunden für die möglich bei ihnen entstandenen Umstände.


Safenwil, 26. Februar 2010

 

 

 

 

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Gedruckt am Mittwoch, 8. Februar 2012